Planlos?!

Spontan war vorhin die Frage im Kopf:

"Sind da eigentlich
Pläne für die Zukunft...?"
(im Sinne von Arbeit/ Beruf)

Die allererste Reaktion war ein entrüstetes "Nein!. Natürlich nicht."
Danach war Stille... gefolgt von leisem Murmeln der Gedanken. Wenn die finanzielle Zukunft abschließend gesichert wäre, dann würden wir schon gerne ein kleines Ehrenamt annehmen. Vielleicht eine Lesepatenschaft ein- bis zweimal die Woche in einer Grundschule, für Kinder, denen das Lesenlernen noch Schwierigkeiten bereitet. Oder einen Vorlesenachmittag in einem Seniorenheim. 
Vielleicht aber auch eine Art Hilfstätigkeit für ähnlich Betroffene, wie ich selbst, die aber noch ganz am Beginn ihres Therapieweges stehen. (Da gibt es einen konkreten Begriff dafür, welcher mir gerade nicht in den Sinn kommt...: irgendwas mit "peer"?) Vielleicht aber auch etwas ganz anderes, wer weiß?

Solange die langfristige, wirtschaftliche Absicherung noch nicht safe ist, traue ich mir das nicht zu. Frei nach dem Motto: Wenn Du hier ehrenamtlich "rumhampeln" kannst, dann kannst Du auch ganztags arbeiten gehen. Das zwischen 1-2h Ehrenamt die Woche und einem 40h- Job ein himmelweiter Unterschied ist, weiß ich; doch die Angst ist einfach größer.
Sehr oft ist mir im ersten Drittel meines Weges klar geworden: Weil Du Dich bislang ganz besonders angestrengt hast, alles auf die Reihe zu bekommen, hast Du jetzt nur Nachteile davon! Selbst Schuld...

Immer wieder habe ich sehr intensive Träume, dass ich wieder arbeiten gehen muss - zwingend - weil die Rente nicht mehr gezahlt wird und die Existenz sonst bedroht ist: "Ich schließe den Laden auf, mache überall das Licht an. Dann fahre ich die Rechner hoch und zähle die Kasse ein. Zum Schluss schließe ich auf und bringe noch den Passantenstopper nach draußen. Als ich wieder im Geschäft bin, befällt mich ein extremes Schwächegefühl: Die Beine knicken mir weg, Schwindel kommt auf, meine Orientierung schwindet. Ich falle und liege hilf- und schutzlos im Laden. Jeder kann jetzt herein kommen und tun, was er will. Das ist mein letzter Gedanke, bevor sich auch mein Bewusstsein verabschiedet..." Diesen Traum - so oder in unzähligen Abwandelungen, habe ich schon x-mal geträumt. Er ist beängstigend, wenn auch nahezu harmlos verglichen damit, was meine Albtraumvideothek sonst noch so auf Lager hat. 

Diese Art von Träumen trägt definitiv zur Angst bei und hindert mich momentan, etwas an der Situation zu ändern.
Jedoch bin ich mir im Klaren, dass eine eng begrenzte Tätigkeit wieder mehr Struktur und auch Sinn in meinen Alltag bringen kann.

Nun ja, der aktuelle Stand ist, dass ich drei weitere Jahre Erwerbsminderungsrente beziehe und dann erneut auf den Index gestellt werde.

*hurra*

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